Von Vanessa & Stephan Plesnik

Typisch Mensch! Ständiges Aufschieben – Wenn nicht jetzt, wann dann?

In diesem Artikel geben wir Dir hilfreiche Informationen zum Thema Prokrastination. Dabei geht es um die berühmt-berüchtigte Aufschieberei von unangenehmen Tätigkeiten oder der Erreichung größerer Ziele.

Weiter unten im Artikel haben wir Dir einen Test der Universität Münster verlinkt, bei dem Du völlig kostenfrei und anonym herausfinden kannst, ob Du prokrastinierst. Wie immer freuen wir uns auf den Austausch mit Dir, schreib uns gern in den sozialen Netzwerken an!

Wer ist ein Prokrastinierer!

Wir alle müssen uns permanent antreiben, um unsere Ziele zu erreichen und am liebsten schieben wir laufend lästige, aufwendige oder anstrengende Aufgaben vor uns her. Diese Aufschieberitis nennt man Prokrastination und sie ist weit verbreitet – keiner kann sich davon freisprechen.

Was wir benötigen ist Disziplin! Ein Wort, was wir nicht gern hören, was uns an Drill und Militär erinnert – aber was wir auch tagtäglich ganz natürlich einsetzen, um morgens pünktlich aufzustehen, zur Arbeit zu fahren auch wenn wir wirklich keine Lust und auch eigentlich Kopfschmerzen haben, zum Sport zu gehen, das Bad zu putzen und die hundert anderen Dinge, die wir zu gern links liegen lassen möchten.

Doch wir tun das alles trotzdem. Wir quälen uns aus dem Bett, wir fahren sogar krank zur Arbeit, wir reißen uns zusammen und gehen zum Sport und abends putzen wir hastig noch das Bad bevor es endlich auf die Couch geht. Disziplin ist eine Komponente, die uns antreibt. Doch auch gesellschaftliche Anerkennung oder Druck, die Verfolgung eines eigenen Ziels, soziale Kontrolle, zum Beispiel in Form einer Familie bis hin zum eigenen Hygieneempfinden beeinflussen uns.

Und der Prokrastinierer? Er lässt den Sport öfter ausfallen und auch das Bad ist meist überfällig. Er bleibt bis zum letzten Moment im Bett und überlegt, ob er sich nicht vielleicht krank melden sollte, dann überwindet er sich und gibt alles, um halbwegs fertig aus dem Haus zu gehen und doch zur Arbeit zu fahren. Bei der Arbeit verschiebt er die Erledigung großer und wichtiger Aufgaben nach hinten zugunsten kleinerer und einfach zu erfüllender Aufgaben. Bis es sehr knapp wird.

Dann gibt es zwei Typen der Aufschieber – die, die kurz vor Ende der Deadline alles geben und äußerst konzentriert und fokussiert auf ihr Ziel zuarbeiten und die, die hektisch anfangen zu arbeiten aber permanent abgelenkt werden, wieder in die Prokrastination zurückfallen um wieder zurück zum eigentlich Wichtigen zu kommen um wieder abgelenkt zu werden. Ein Teufelskreis kann entstehen.

Was wirklich wichtig ist: Aufschieber und Prokrastinierer sind in der Regel überhaupt nicht faul und fast keiner kann sich von diesem Verhalten freisprechen!

Prokrastination Extrem:
Folgen für die innere Einstellung!

Wer oft und viel prokrastiniert wird seine Ziele eher nicht erreichen.

Möchten wir beispielsweise ein paar Kilo abnehmen, werden wir dieses Ziel wohl nie erreichen, wenn wir uns nicht am Riemen reißen und etwas an unserem Verhalten ändern. Soweit klar, doch wer dazu neigt, zu prokrastinieren steht auch vor einer ganzen Reihe weiterer Probleme.

Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche, permanente Ablenkung und Erfolgslosigkeit mit anschließend sinkendem Selbstwertgefühl sind die möglichen Folgen von zu häufiger Aufschieberei. Hinzu kommen verpasste Chancen, Ansehensverlust, finanzielle Nachteile, ein Karriereknick, gesundheitliche Probleme, Depressionen, Realitätsverlust und selbstverursachte Isolation.

Wie kommt es also zu übermäßiger Prokrastination?

Schmerzen lindern

Erlerne eine Möglichkeit zur rationalen Analyse eines Problems und definiere direkt die richtige Lösung.

Die Wurzel der Prokrastination!

Geht man davon aus, dass das prokrastinierende Verhalten keinen biologischen Ursprung hat – also Störungen oder krankhafte Veränderungen im Gehirn – dann ergeben sich mehrere psychologische Gründe für dieses Verhalten. Am Rande bemerkt sei, dass Betroffene oft selbst wissen, dass sie sich falsch verhalten aber weder die Ursache noch einen Weg aus der Prokrastination finden.

Also, wo liegen die Ursachen dieser Verhaltensweise? Ein möglicher Grund liegt in der unbewussten Nachahmung von Idolen. Besonders im Kindesalter prägen sich Verhaltensweisen aus dem engsten Umfeld ein. Ist beispielsweise ein Elternteil ebenfalls ein Prokrastinierer, wird dieses Verhalten auf das Kind abfärben. Auch das genaue Gegenteil, ein „Anti-Idol“ kann dieses Verhalten verursachen. Ist das Elternteil beispielsweise hoch erfolgreich, arbeitet rund um die Uhr und erreicht einen Erfolg nach dem Nächsten, hat aber wenig bis keine Zeit für die Familie und für sozialen Ausgleich, wird das Kind daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass es besser ist, Ziele nicht allzu konsequent zu verfolgen – also zu prokrastinieren –  aber dafür möglichst viel für seine Freunde und Mitmenschen da zu sein.

Auch Perfektionismus ist eine mögliche Ursache – der Perfektionist weiß zwar, dass er den Zustand „perfekt“ nicht erreichen kann – aber er gibt sein Bestes und aus dem Wissen heraus, dass er die eigenen Anforderungen nie erfüllen kann, beginnt er, zu prokrastinieren. Solche Persönlichkeiten findet man übrigens häufig unter Freiberuflern, Künstlern, Wissenschaftlern, Spitzensportlern und auch bei Top-Managern.

David D. Burns, Autor des BuchesIn zehn Tagen das Selbstwertgefühl stärken” – schrieb treffenderweise:

“Denke daran, dass immer Angst hinter dem Perfektionismus lauert. Stelle dich deinen Ängsten und, indem du dir das Recht einräumst menschlich zu sein, kannst du dich, paradoxerweise, zu einer weitaus glücklicheren und produktiveren Person machen.”

Idole und Anti-Idole sind nur eine von zahllosen möglichen Ursachen der Prokrastination. Unter anderem kann auch eine hohe Ablenkungsbereitschaft ein möglicher Grund für die ungeliebte Aufschieberitis sein. Menschen, die ein hohes Ablenkungspotenzial besitzen, sind allgemein offen und aufgeschlossen gegenüber neuen Inhalten, Sachverhalten und Aufgaben, interessieren sich für sehr viele Themengebiete und bringen auch eine natürliche Neugier mit. Alles Eigenschaften, die überhaupt nicht schlecht sind, aber in Verbindung mit anderen Merkmalen kann die Ablenkungsbereitschaft in massive Prokrastination umschlagen.

Weitere Merkmale der Prokrastination:

  • Hohe Ablenkungsbereitschaft
  • Geringe Wichtigkeit oder Bedeutung für die eigenen Ziele
  • Wenig Akzeptanz fremder Anforderungen
  • Unklare Anforderungen
  • Unfähigkeit
  • Angst vor Neuem
  • Versagens- oder Entscheidungsängste oder fehlende Entscheidungsbereitschaft
  • Unfähigkeit, Nein sagen zu können
  • Stress am Arbeitsplatz
  • (Psychische) Schmerzvermeidung

Prokrastinierer:
Wie geht es Betroffenen?

Zu gern fragen wir nach dem Warum und Wieso, analysieren und therapieren und vergessen darüber, den oder die Betroffene zu fragen, wie es ihr denn eigentlich damit geht.

Betroffene wissen zumeist, dass sie sich falsch verhalten, eine Überwindung des Fehlverhaltens bedeutet für sie ein massives Aufgebot an Willenskraft. Glücklicherweise kann die Willenskraft wie ein Muskel trainiert werden! Je öfter die Betroffenen sich also überwinden, die Aufgabe anzunehmen und durchzuführen, desto leichter fällt es mit der Zeit, das prokrastinierende Verhalten abzulegen.

Auch kleine Schritte, kleine Erfolge sind lobenswert und zielführend! Außerdem sehen sich Betroffene mit mangelndem Selbstwertgefühl und kaum vorhandener Selbstsicherheit konfrontiert. Diese Personen befinden sich in einem geistig labilen Zustand und geben immer öfter auf – nach dem Motto: „Das schaffe ich ja eh nicht“, „dazu bin ich nicht geeignet“ oder „das Ergebnis wird negativ sein“.

Diese Gedankenspiralen zeigen einen steten Abwärtstrend, wenn der Betroffene nicht daran arbeitet. Den einen Weg aus diesem Zustand gibt es nicht. Möglichkeiten den Weg herauszufinden können eine Verhaltenstherapie, ein Coaching oder eine Beratung über einen längeren Zeitraum sein, eine private psychologische Betreuung oder auch der eigene Selbstversuch.

Tipp: Notiere Dir die unangenehmsten und / oder größeren Aufgaben die entweder schon längst erledigt sein sollten oder aktuell anstehen. Nehme Dir davon drei Aufgaben raus – drei Ziele, und notiere dazu, was das Ziel der Aufgabe ist und welchen positiven Effekt Du davon haben wirst, wenn die Aufgabe erledigt ist. Anschließend teilst Du jedes der Ziele in kleine und vielleicht sogar kleinste Teilschritte – und nimmst Dir je nach Größe des Ziels zwischen 5 und 15 Minuten am Tag Zeit, um dieses Ziel zu verfolgen. Natürlich hat nicht jede Aufgabe einen direkten positiven Einfluss auf Dein Leben, doch dieser Zeitrahmen und die kleine Aufgabe wirken nicht bedrohlich und Du fühlst Dich von Tag zu Tag besser. Probiere es bitte aus! 

Achtung: Prokrastinierer neigen beim Selbstversuch oft dazu, Aufgaben aufzuschreiben, die zum normalen Alltag dazugehören. Dabei kommen zum Beispiel oft Haushaltsaufgaben heraus, die zwar tatsächlich gemacht werden müssen oder durchaus auch unangenehm sind, aber wieder nur eine angenehmere Alternative zu den wirklichen Zielen darstellen. Also wieder eine Prokrastination.

Ein weiteres Beispiel ist übrigens das Shopping-Verhalten, insbesondere in Bezug auf Online-Shopping. Beim Online-Shopping gibt es eine schier endlose Auswahl, und Menschen, die unter Prokrastination leiden, sind zwar fleißig bei der Suche, kaufen aber am Ende doch eher nicht. Es könnte ja bei der nächsten Suche genau das Richtige geben! Wie weiter oben erwähnt, geht die Prokrastination auch mit einer fehlenden Entscheidungsbereitschaft einher, die sich dann in diesem Verhalten widerspiegelt.

Willenskraft trainieren

Erlerne eine Möglichkeit Deine Willenskraft durch das Ablegen schlechter Gewohnheiten zu trainieren.

Das Gute an Prokrastination?
Vielleicht Kreativität!

Es gibt Forschungen und Experimente, die herausfinden wollen, ob prokrastinierende Menschen kreativer sind als andere. Laut einer Studie von Jihae Shin, Assistant Professor aus dem Bereich Management und Human Resources und dem Psychologieprofessor Adam Grant lautet die Antwort darauf Ja.

Im ersten Ansatz hat Shin Mitarbeiter aus unterschiedlichen Unternehmen befragt, wie stark sie prokrastinieren und ungeliebte Aufgaben aufschieben und anschließend deren Vorgesetzte, wie sie die Kreativität der befragten Mitarbeiter einschätzen. Das Ergebnis war, dass die Vorgesetzten die Mitarbeiter für kreativer hielten, die von sich selbst angaben, gerne aufzuschieben. Offen bleibt allerdings die Frage, ob kreative Menschen stärker von der Aufschieberitis betroffen sind oder die Prokrastination die Kreativität fördert.

Ein weiteres gemeinsames Experiment von Shin und Professor Grant bezog sich darauf, ob das direkt vorhergehende (kurzzeitige) Aufschieben einen Einfluss auf die nachfolgende Kreativität bei der Lösung einer Aufgabe hat. Beide Testgruppen erhielten die Aufgabe, eine neue Geschäftsidee zu entwickeln. Die erste Gruppe sollte sofort damit beginnen, der zweiten Gruppe wurde ein fünfminütiger Aufschub in Form eines Computerspiels geboten. Die Geschäftsideen wurden anschließend von einer unabhängigen Jury bewertet. Der Fokus lag bei der Kreativität der Geschäftsidee. Dabei kam heraus: Die Gruppe der Versuchsteilnehmer, die aufschieben sollten, schnitten um 28% besserergo kreativer – ab.

Die Vermutung ging letztendlich dahin, dass durch die Prokrastination nicht gleich die erste Idee verfolgt wird, sondern das Gehirn während des Aufschiebeverhaltens nach weiteren Ideen und Möglichkeiten sucht.

Wir von Make . Your . Self haben uns übrigens etwas einfallen lassen, damit Du Deine Aufgaben gezielter angehst! Unser Zeitgestalter ist nämlich nicht nur eine reine To-Do Liste, sondern fragt Dich auch, welches Ziel Du umgesetzt hast und wie es Dir geht. Über einen längeren Zeitraum genutzt lässt sich mit dieser Methode feststellen, inwieweit Deine Gefühlswelt Deine Zielsetzungen beeinflusst. Aber nicht nur das: Du kannst auch eintragen, wofür Du Ruhe brauchst oder was Du abgeben möchtest.

Erstelle kostenfrei ein Konto und nutze den Zeitgestalter online!

Mit prokrastinierendem Verhalten bist Du nicht alleine. Frage Dich, ob Dein aufschiebendes Verhalten deutlich negative Effekte auf Dein Leben hat. Wenn Du diese Frage klar mit Nein beantworten kannst, ist es nicht dramatisch ab und zu etwas aufzuschieben. Du bist dir unsicher ob Du ein Prokrastinierer bist? Die Uni Münster hat hier einen Test für Dich parat:

 Und wenn Du dir ganz sicher bist, dass Du extrem aufschiebst: Schiebe es nicht hinaus, Dir Hilfe zu suchen! Wir glauben an Dich und wiederholen uns gerne nochmal: Deine Willenskraft lässt sich trainieren!

Stephan Plesnik

Enabler für persönliche Weiterentwicklung

Wir hoffen, Dir einen guten Überblick über das Thema Prokrastination verschafft zu haben. Ideen, Anregungen oder eigene Erfahrungen kannst Du gerne mit uns teilen!

Schreib uns doch eine Nachricht oder verbinde Dich in den sozialen Medien mit uns! Wir freuen uns auch über Dein Lob und Deine Kritik, regt uns diese doch dazu an uns weiter zu verbessern.

Alles Gute für Dich!

Erfolg garantieren

Erlerne Deine Zeit sinnvoll zu gestalten indem Du die Gründe für Dein Vorhaben gezielt festhältst.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen