[TRICK17] Eine optimale Cloud-Lösung für Mac und Windows

von | 5 Oktober 2018

Das Ziel dieser Anleitung ist es eine flexible Arbeitsumgebung zu erschaffen in der alle digitalen Daten universell auf jedem Arbeitsgerät verfügbar sind. Sei es der Desktop Computer, das Laptop, das Tablet oder das Smartphone.

In diesem Artikel zeige ich wie ich meine vier Arbeitsgeräte (2x MacBook im HomeOffice, 1x MacBook im Büro, 1x Windows Laptop) so miteinander synchronisiert habe, dass alle Systemordner auf allen Computern stets die selben Daten beinhalten und an jedem Gerät die Arbeit dort aufgenommen werden kann, wo sie am anderen beendet wurde.

Ich hoffe somit die Bedenken vor Cloud-Computing zu nehmen und gleichzeitig die Gewohnheiten im Umgang mit den Computern nicht zu verändern.

Benötigte Hardware

  • Apple Macintosh oder Windows PC

Benötigte Software

  • Vorinstalliertes macOS und/oder Windows
  • TeamDrive (für Mac bzw. Windows)
  • Parallels Desktop
  • Windows 10 Installationsmedium (am besten ein Image)

Benötigte Zeit

  • ca. 15 Minuten für das eigentliche Setup
  • ca. 30 Minuten pro OS Installation
  • ca. 1,5 Stunden insgesamt

Ich gehe an dieser Stelle davon aus, dass ein Computer aus den Grundbestandteilen besteht und ebenfalls Bildschirm, Tastatur und Maus vorhanden sind. Andernfalls ergibt es auch wenig Sinn nach einer Mac oder Windows Cloud-Lösung zu suchen. 🙂

[Digitale Transformation] Eine optimale Cloud-Computing Lösung für Mac und Windows

Dein macOS in die Cloud bringen

Zunächst sorgen wir für einen verlustfreien Ablauf unseres Cloud-Abenteuers indem wir unsere Daten sichern. Dies machen wir mittels der kostenfreien und verschlüsselten Datensynchronisationssoftware TeamDrive. Wir erstellen uns ein  kostenfreies Konto, installieren TeamDrive, starten die Software und melden uns an. Einmal angemeldet kann es los gehen.

Jetzt erstellen wir für alle Systemordner unseres macOS die entsprechenden Spaces. Dafür klicken wir in der TeamDrive Software auf die Taste „Space erstellen“ und vergeben einen Namen für den Space. Ich empfehle die Spaces möglich eindeutig zu benennen. So habe ich „MacBook Desktop, MacBook Documents, usw.“ gewählt.

An dieser Stelle sei gesagt, dass die Namen des TeamDrive Spaces eins zu eins später im Betriebssystem erscheinen. Solltest du also den Originalen Namen bevorzugen, so sollten die Spaces nicht mit dem Zusatz MacBook eingerichtet werden.

So. Jetzt verschieben wir die Daten unserer Systemordner in die jeweiligen dafür erzeugten TeamDrive Spaces, um die Systemordner zu leeren. Am schnellsten geht dies im Finder mit dem Tastaturkommando „CMD + A(alle Daten markieren), gefolgt von „CMD + X(alle Daten ausschneiden) und im Space dann „CMD + V(alle Daten einfügen). Ebenso ist es möglich die Daten mittels Finder zwischen zwei Fenstern mit der Maus zu verschieben.

Ist der Umzug der Daten in die Cloud geschehen, wird TeamDrive beginnen die Daten zu synchronisieren.
Jetzt kommt der Moment vor dem jeder Hersteller warnt…

[Digitale Transformation] Eine optimale Cloud-Computing Lösung für Mac und Windows

macOS Systemordner löschen

Die macOS Systemordner befinden sich standardmäßig im Benutzerverzeichnis des jeweiligen Benutzers. Obschon Sie in den nicht englischen Versionen des macOS entsprechend der eingestellten Systemsprache benannt sind, verbleiben ihre Namen immer in der englischen Originalbenennung.

Schreibtisch = Desktop

i

Dokumente = Documents

Downloads = Downloads

Musik = Music

Filme = Movies

Bilder = Pictures

Der jeweilige Originalpfad lautet also immer:

/Users/YOUR-USERNAME/…

Damit ergeben sich die folgenden Pfad die wird zunächst löschen und danach mit einem symbolischen Link auf den zuvor erstellten Space von TeamDrive verweisen müssen.

/Users/YOUR-USERNAME/Desktop
/Users/YOUR-USERNAME/Documents
/Users/YOUR-USERNAME/Downloads
/Users/YOUR-USERNAME/Music
/Users/YOUR-USERNAME/Movies
/Users/YOUR-USERNAME/Pictures

Damit wir diese Ordner löschen können bedarf es etwas mehr als Rechts-Klick und „Entfernen“ oder CMD + Enf. macOS hat es nicht gerne, wenn Systemordner gelöscht werden. Irgendwie ist das auch nachvollziehbar. Aber wir machen es trotzdem und zwar so.

Zuerst öffnen wir die „Terminal“ App (Im Pfad: /Programme/Dienstprogramme/Terminal) und geben folgendes Kommando ein:

sudo rm -R ~/Desktop

Dies bedeutet übersetzt in Menschensprache:

  • sudo = Superuser do
    (Administrator mach, bewirkt die Ausführung als Adminstrator)
  • rm = Remove
    (Entferne)
  • -R = Rekursiv
    (Sowohl den Ordner selbst als auch alle Unterordner und Daten)
  • ~/ = Im aktuellen Benutzerverzeichnis
  • Desktop = Ordner Desktop
Es ergibt sich die Anweisung:

Superuser entferne rekursiv im aktuellen Benutzerverzeichnis den Ordner Desktop.

Einmal Return/Enter drücken und wenn keine Information ausgegeben wird, so wurde Ordner erfolgreich gelöscht. Überprüfen können wir dies im Finder, wo der Ordner nun verschwunden ist.

Nun können wir ebenfalls das selbe Kommando für die anderen Ordner ausführen, welche wie folgt lauten:

rm -R ~/Dokuments
rm -R ~/Downloads

rm -R ~/Music
rm -R ~/Movies
rm -R ~/Pictures

Der Befehl „sudo“ ist nur bei der ersten Verwendung nötig, da danach der Superuser aktiv ist und alle Kommandos ausführt.

[Digitale Transformation] Eine optimale Cloud-Computing Lösung für Mac und Windows

macOS Systemordner zu Spaces machen

TeamDrive legt seine Spaces standardmäßig unter dem Benutzerpfad im Ordner Spaces ab. Relativ offensichtlich aber trotzdem wichtig zu erwähnen, da wir dies hier auch überprüfen sollten. Sonst muss die Anleitung entsprechend dem Abgewandelten Pfad durchgeführt werden.

Wir öffnen also den Pfad: „/User/YOUR-USERNAME/Spaces/“ einmal im Finder und überprüfen so, dass er vorhanden ist.

Jetzt setzen wir unsere symbolischen Links zu unseren TeamDrive Spaces und holen uns so die entfernten Systemordner wieder zurück. Dafür brauchen wir auch wieder nur ein Kommando was so aussieht:

ln -s ~/Spaces/Desktop/ ~/Desktop

Dies bedeutet übersetzt in Menschensprache:

  • ln = Link (Verknüpfung)
  • -s = symbolisch
  • ~/Spaces/Desktop/ = Pfad des Originalordners
  • ~/Desktop = Pfad des zu erstellenden Links

Es ergibt sich die Anweisung:

Erzeuge einen symbolischen Link vom Ordner ~/Spaces/MacBook Desktop/ im Pfad ~/Desktop.

Damit ist der Desktop schonmal wieder da und direkt auch noch ein verschlüsselter Space der mittels TeamDrive überall verfügbar wird. Klasse!

Jetzt müssen wir auch dieses Kommando für die anderen Ordner entsprechend ausführen und haben den ersten großen Schritt geschafft.

ln -s ~/Spaces/MacBook Documents/ ~/Documents
ln -s ~/Spaces/MacBook Downloads/ ~/Downloads
ln -s ~/Spaces/MacBook Music/ ~/Music
ln -s ~/Spaces/MacBook Movies/ ~/Movies
ln -s ~/Spaces/MacBook Pictures/ ~/Pictures

Ab jetzt sind alle unsere Systemordner des macOS mit den Spaces von TeamDrive verbunden. Wir können den Mac genauso verwenden wie vorher und synchronisieren automatisch unsere Daten in eine verschlüsselte Cloud.

Führen wir das selbe Setup auf mehreren Macs durch, so haben wir unsere Daten immer am selben Ort auf jeder Maschine und müssen noch nicht mal unsere Gewohnheit im Umgang mit dem System verändern.

[Digitale Transformation] Eine optimale Cloud-Computing Lösung für Mac und Windows

Dein Windows in die Cloud bringen

Zunächst sorgen wir für einen verlustfreien Ablauf unseres Cloud-Abenteuers indem wir unsere Daten sichern. Dies machen wir mittels der kostenfreien und verschlüsselten Datensynchronisationssoftware TeamDrive. Wir erstellen uns ein  kostenfreies Konto,  installieren TeamDrive, starten die Software und melden uns an. Einmal angemeldet kann es los gehen.

Jetzt erstellen wir für alle Systemordner unseres Windows die entsprechenden Spaces. Dafür klicken wir in der TeamDrive Software auf die Taste „Space erstellen“ und vergeben einen Namen für den Space. Ich empfehle die Spaces möglich eindeutig zu benennen. So habe ich „Windows Desktop, Windows Documents, usw.“ gewählt.

An dieser Stelle sei gesagt, dass die Namen des TeamDrive Spaces eins zu eins später im Betriebssystem erscheinen. Solltest du also den Originalen Namen bevorzugen, so sollten die Spaces nicht mit dem Zusatz Windows eingerichtet werden.

So. Jetzt verschieben wir die Daten unserer Systemordner in die jeweiligen dafür erzeugten TeamDrive Spaces, um dies Systemordner zu leeren. Am schnellsten geht dies im Finder mit dem Tastaturkommando „STRG + A(alle Daten markieren), gefolgt von „STRG + X(alle Daten ausschneiden) und im Space dann „STRG + V(alle Daten einfügen). Ebenso ist es möglich die Daten mittels zwischen zwei Fenstern mit der Maus zu verschieben.

Ist der Umzug der Daten in die Cloud geschehen, wird TeamDrive beginnen die Daten zu synchronisieren.

[Digitale Transformation] Eine optimale Cloud-Computing Lösung für Mac und Windows

Windows Systemordner zu Spaces machen

Anders als beim macOS legt TeamDrive seine Spaces standardmäßig im „Dokumente“ (Documents) Ordner des Benutzerpfads im Ordner Spaces ab. Dies müssen wir zunächst ändern, damit TeamDrive unsere Systemordner richtig in die Cloud synchronisieren kann.

Wir öffnen TeamDrive und wählen das kleine Zahnradsymbol am oberen linken Rand der Softwar um die Einstellungen aufzurufen. Jetzt wählen wir den Menüpunkt „Space“ und klicken auf die Schaltfläche „Neuen Ort auswählen“ nun navigieren wir bis zum Benutzerpfad und bestätigen. TeamDrive wird nun folgenden Pfad anzeigen: /Users/YOUR-USERNAME/Spaces/„. Damit ist alles bereit. TeamDrive wird wahrscheinlich eine Meldung zeigen, dass alle Daten verschoben werden, welche wir nur bestätigen müssen.

Nun überprüfen wir ob alles geklappt hat indem wir im Explorer unser Benutzerverzeichnis aufrufen und prüfen ob dort der Ordner Spaces existiert. Wenn ja, hat alles geklappt. Wenn nein, dann einfach diesen Schritt der Anleitung noch einmal wiederholen.

Das Verbinden bzw. Verschieben der Systemordner in Windows erfordert glücklicherweise keine komplizierten Eingaben wie bei macOS. Windows bringt dafür freundlicherweise eine Benutzeroberfläche mit Klicki-Bunti mit.

Die Systemordner unter Windows liegen an folgenden Pfaden:

\Users\YOUR-USERNAME\Desktop
\Users\YOUR-USERNAME\Documents
\Users\YOUR-USERNAME\Downloads
\Users\YOUR-USERNAME\Music
\Users\YOUR-USERNAME\Movies
\Users\YOUR-USERNAME\Pictures

Nicht wirklich anders als bei macOS auch, aber trotzdem sollte es einmal erwähnt werden. Der wesentliche Unterschied sind die Backslashes im Pfad, welche aufgrund der ehemaligen DOS Architektur noch bis heute die Geschicke von Windows lenken.

Im Windows Explorer wählen wir den entsprechend Ordner aus und öffnen per Rechts-Klick und die Auswahl „Eigenschaften“ die Einstellungen des Ordners.

Jetzt wechseln wir in den Reiter „Pfad“ und wählen „Verschieben…„. Es öffnet sich ein Auswahlfenster. Nun navigieren wir zu unserem passenden TeamDrive Space und bestätigen die Auswahl. Windows möchte nun alle Daten vom aktuellen Ort verschieben. Wir bestätigen dies und der erste Ordner ist synchronisiert. Den Vorgang wiederholen wir für alle Systemordner und die perfekte Cloud-Lösung ist eingerichtet.

[Digitale Transformation] Eine optimale Multi-OS-Cloud-Lösung für Mac und Windows

macOS und Windows mit Parallels einrichten

Zu guter letzt legen wir noch einen oben drauf. Wir haben nun die Möglichkeit erlangt unsere Daten alle in einer verschlüsselten Cloud abzulegen und auf Computern mit macOS und Windows synchron zu halten. Doch was wenn wir macOS und Windows auf dem selben Gerät betreiben wollen?

Damit wir auf unserem macOS ein Windows parallel betreiben können und die volle Flexibilität auf einem Gerät genießen können, benötigen wir die Software Parallels Desktop.

Einmal installiert fordert uns Parallels auf Windows zu installieren. Hier kannst du entscheiden ob du Parallels alles automatisch machen lässt oder deine eigene Windows Version mit einer vorhandenen Lizenz nutzen willst.

Nach der Installation von Windows sind wir Start klar für den letzen Schritt eines perfekten Multi-OS-Cloud-Systems.

Die Einstellungen der VM für Windows können individuell gewählt werden und beeinflussen die Funktionalität nicht. Wichtig ist nur eine bestimmte Einstellung damit keine Fehlermeldungen und Warnungen erscheinen.

In der VM Konfiguration der Windows Maschine wählen wir den Reiter „Optionen“ und dort den Punkt „Freigabe„. Hier ist es wichtig die „Gemeinsame[n] Profile“ zu deaktivieren. Dazu den Haken bei „Mac Benutzerordner mit Windows teilen“ wegzunehmen und bei „Ordner freigeben“ die Option „Alle Datenträger“ zu verwenden.

Es wäre ebenso möglich hier gezielt die einzelnen Systemordner des Benutzer zu wählen und so das Multi-OS-Cloud-System noch Benutzerfähig gemäß dem angemeldeten Profil über die Selbe Windows VM zu machen. Doch das besprechen wir ein anderes mal.

Jetzt führen wir die Schritte aus dem Abschnitt „Windows Systemordner zu Spaces machen“ durch und wählen lediglich die Spaces unseres Macs aus. Die Einrichtung von TeamDrive unter Windows können wir uns sparen, da macOS in dieser Konfiguration immer läuft und TeamDrive dort bereits die Synchronisation übernimmt.

[Digitale Transformation] Eine optimale Cloud-Computing Lösung für Mac und Windows

Fazit

Durch die Synchronisation der Systemordner in eine verschlüsselte Cloud-Ablage erlangen wir Zugriff auf unsere Daten von überall auf der Welt sogar per Mobilgerät und bekommen ein ständiges Backup unserer Daten in einem hochverfügbaren Rechenzentrum. Darüber hinaus gewinnen wir durch die Versionierung in TeamDrive die Möglichkeit unterschiedliche Bearbeitungsstände unserer Daten jederzeit wiederherzustellen. Duplizieren wir dieses Setup auf mehreren Computern z.B. Desktop und Laptop haben wir immer den selben Datenstamm auf unseren Geräten und können von überall aus perfekt arbeiten. Selbst die Mitnahme der Geräte kann dadurch überflüssig werden. Das Multi-OS-Cloud-System ermöglicht die parallele Nutzung der beiden größten Betriebssysteme der Welt und damit die Funktionalität aller Apps die man sich nur wünschen kann. Somit wird die Flexibilität extrem erhöht und die Unabhängigkeit von Betriebssystemen, Hard- und Software weiter vorangetrieben.